Misstrauen in die Deutsche Wirtschaft – Versagt die Kommunikation?

GPRA Diskurs vom 27. Mai 2010 in Düsseldorf

Deutschland befindet sich in einer Vertrauenskrise – dies zeigt der GPRA-Vertrauensindex eindrücklich. Nicht einmal jeder zweite Bundesbürger vertraut noch den im Rahmen der Indexbefragung untersuchten Branchen. Doch sind es nur die ständigen Skandale und negativen Schlagzeilen, die für das negative Vertrauensklima sorgen – oder steckt mehr dahinter?

Dass die NGOs im GPRA-Vertrauensindex deutlich besser abschneiden als die abgefragten Branchen macht deutlich, dass sich im Verhältnis Industrie und Öffentlichkeit eine Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung entwickelt hat, die zu einem Glaubwürdigkeitsdefizit führt. Die NGOs verstehen es offenbar besser, in der Öffentlichkeit wirkungsvoll zu kommunizieren, sich als Anwalt der Verbraucher zu positionieren und vor allem, Glaubwürdigkeit zu ver–mitteln.

Welche Lehren für die Deutsche Wirtschaft ergeben sich aus diesem Ergebnis? Wie lassen sich Vertrauensdefizite wirkungsvoll beheben? Welche kommunikative Ausrichtung müssen Institutionen und Unternehmen haben, damit ihnen wieder Vertrauen entgegen gebracht wird? Und: Welche Rolle kann moderne PR dabei spielen?

Die GPRA hatte zu diesem Thema vier interessante Diskussionspartner geladen:

  • Uwe Förster, Chefredakteur Public Relations Report, Hamburg
  • Jochen Mai, Ressortleiter Beruf + Erfolg WirtschaftsWoche, Düsseldorf
  • Professor Dr. Martin K. W. Schweer, Lehrstuhl für Psychologie an der Hochschule Vechta und Leiter des dortigen Zentrums für Vertrauensforschung
  • Professor Dr. Ansgar Zerfaß, Lehrstuhl für Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft an der Hochschule Leipzig

Nach einem Impulsvortrag mit dem Titel „Vertrauen als zentrale Variable erfolgreicher Kommunikation“ von Prof. Martin Schweer erlebten die mehr als 40 Gäste vor Ort eine unter der Leitung von GPRA-Präsidiumsmitglied Uwe A. Kohrs zum Teil kontrovers geführte Diskussion rund um das Thema „Vertrauen“.

„Es ist einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig Vertrauen für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung ist – und wie schwer sich die Industrie tut, dies in ihrem Kommunikationsverhalten zu berücksichtigen“ fasst Uwe A. Kohrs die Kernaussage der Diskussion zusammen.

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